Verfasst am 16.09.2006 16:50:29 Uhr Wir sind Geschichtsverdrehung Wie schön, was der Papst uns mal wieder lehrt.
Der Katholizismus ist also eine Religion der Vernunft und der Gewaltlosigkeit.
So, so. Ich frage mich, was die Muslime zur Zeit der Kreuzzüge gesagt hätten. Oder die südamerikanischen Ureinwohner. Die Ketzer zu Zeiten der Inquisition. Aber die Kreuzzüge wurden schließlich von Urban II., nicht dem Papst, die Morde an Ureinwohnern von Spaniern, keinen Katholiken begonnen, und die Inquisition war im eigenen Lande, das zählt sowieso nicht.
Aber die Muslime mit ihrem absolut transzendenten Gott da, der irgendwie so gar nicht greifbar ist, der ist eigentlich so transzendent, den gibt es gar nicht, die wollen natürlich nicht allein ihre Länder verteidigen, sei es in Südamerika oder Afrika, sondern die wollen erobern und missionieren. Ich hätte eigentlich die Sache mit der Verteidigung des Glaubens dem Islam zugeordnet aber:
man lernt ja immer dazu, nur der Papst nicht.
Wobei man zu seiner Verteidigung sagen muss, dass es doch eigentlich das war, was jeder erwartet hatte, oder nicht? Irgendeine Haltung zu anderen Religionen muss man schließlich haben, der Papst hat nunmal eine Haltung des Respekts.
Er ist schließlich nicht umsonst für die AIDS-Kranken bekannt. Ich denke ich weiß schon, wie der letzte Papst , nach Nostradamus, sterben wird. Und wieso er der letzte sein wird. Zumindest nicht grundlos.
Es lebe die Intoleranz
Verfasst am 11.09.2006 22:03:35 Uhr 9/11 - Die fetten Jahre sind vorbei... Also gut; heute ist der 11.09, mal wieder, da muss ich wohl auch etwas dazu schreiben, es lebe der Gruppenzwang.
Eigentlich hat der 11.09 ja nichts mit Religion zu tun, weshalb es vielleicht nicht das prädestinierte Thema für meinen Weblog ist, aber nun gut.
Sicher, die reaktionären Altnazis und wohl auch die neoliberalen Kapitalistenschweine dürften da anderer Meinung sein. Man hätte genau so gut eine christliche Gesellschaft in den "Nahen Osten" genannten Pott setzen und dasselbe würde geschehen, wenn nicht noch extremer. Und selbst Atheisten würden, wenngleich wohl bei geringerer Selbstmordrate, einen kräftigen Terror veranstalten.
Nun bin ich aber kein Nazi- oder Kapitalisten-, sondern ein linkes Bolschewistenschwein. Daher weise ich viel lieber auf 18.000 Kinder hin, die täglich verhungern. Ja, 9/11 war das größte terroristische Attentat in der Geschichte, ja es starben 3.000 Menschen, ja es waren Kinder dabei, ja die USA haben eines ihrer Phallussymbole verloren.
Aber wer sind denn die eigentlichen Terroristen? Jene, die im Normalfall ein paar, dutzend, manchmal auch hundert Leute töten und dabei auf gesellschaftliche Missstände hinweisen, oder diese die als Kartell, als kriminelle Vereinigung täglich 18.000 Kindsmorde begehen, damit durchkommen und außerdem noch Geld dafür bekommen, indem sie die von verhungernden Kinder hergestellten Billigprodukte für das Hundertfache hier verkaufen oder wahrscheinlich noch mehr an den Produktionsorten. Jene, die Jahre inaktiv bleiben, um dann einmal ein Auto hochzujagen, oder diese, die Diebstahl an uns, an den Billigarbeitern, an der Natur, an den Staaten, an der Welt begehen, die mit Menschenblut ihren Namen schreiben, diese, die uns die Arbeitsplätze nehmen, das Geld, die uns die Qualität nehmen und die am anderen Ende der Welt anderen das Geld nehmen, Chancen, Freiheit, Gleichheit, Würde, Leben.
Ja, der Islamismus ist eine gefährliche Strömung, nein, ich will die Terroristen nicht rechtfertigen. Aber ja, ich will sie relativieren. an einem Tag, einer Ausnahme, starben 3.000 Menschen auf einen Schlag, aber trotz alledem starben am selben Tage das 6-fache an Kindern, was jedoch den Medien kein Wort wert ist, der Gesellschaft keinen Blick.
Die wahren Gefahren sind der Neoliberalismus, der sich unter dem Mantel der Freiheit tarnt, die kapitalistische Globalisierung, der Imperialismus. Wir sind uns selbst die Mörder. Unsre eignen Kannibalen. Der ach so gesittete Westen ist die Manifestation des Unheils. Mehr und mehr entwickelt er sich zu einer globalen Timokratie, Oligarchie. Statt international zu kooperieren wird international ausgebeutet. Die Welt des Kapitalismus bläht sich mehr und mehr auf, bis sie implodiert.
Wir befinden uns im Kriege. Wie wir dank Bush wissen, ohne ihn hätten wir es wohl nie erfahren, befinden wir uns im Krige gegen den Terrorismus. So ist auch die Zahl der 18.000 zu erklären: Sind nicht Kindersoldaten eine große Gefahr? Sollte dem nicht vorgebeugt werden?
Die Idee, die Gefahr abzuwenden, bevor sie entsteht, ist sehr gut, leider Gottes werden jedoch genau diese Terroristen die überleben.
Wem haben wir denn in diesem Kriege die größten Erfolge, die größte Verluste, die dem Feinde zugefügt werden konnten, zu verdanken? Unserem feinde selbst, tötet er sich doch oft genug beim Angriff. Es ist, als ob unsre einzgen Tore beim Spiel der USA und es Westens gegen den Terrorismus Eigentore des Terrorismus sind, wenngleich er natürlich deutlich mehr Tore schießt. Mal davon abgesehen, dass die USA weder Tor noch Gegenspieler sehen.
Da werden die USA schon mit Gewalt auf ihre Fäulnis gestoßen, sie jedoch will nicht daraus lernen. Erklärt etwas Krieg, das sie nicht sehen kann. Hauptsache der Feind bleibt geschont. Und Saudi-Arabien natürlich, schließlich brauchen wir ja unser Öl, wie wollen wir sonst weiter die erste große experimentelle Untersuchung zum Klimawandel durchführen? Was ist so schlimm an der wahrheit? Gut sehe ich ein. Aber was ist so schlimm am Erkennen?
Einzelne wenige Leute kämpfen gegen ein Land. Und was tut dieses? Was tut unser Westen? Er kämpft gegen die Religion, die Bevölkerung, den Staat, die Nation. So muss der Terrorismus wurzeln können. Jeder Tote durch Terrorismus ist ein Toter mehr auf der schier endlosen Liste des Westens und seiner Sitten. So wie er früher bereits von Gott den AUftrag erhielt, anderen Ländern und Völkern zu helfen, hilft er ihnen immer noch. So wie er damals den rechtmäßigen Anspruch des Europäers auf Besitztum gegenüber dem unterentwickelten Wilden vertrat, so lebt er ihn heute. Und nicht allein der Westler wird international, der Wilde selbst kommt ins eigne Land, nur sein Name ist neu: Arbeitsloser, Proletarier, Menschen ausländischer Herkunft.
Nicht Gott, vielmehr der Teufel bläst dem Westen ein, dass er sich auf alles stürzt, was' zu verzehren gibt, dem Schwächeren die Rechte nimmt, die Wlet auf sich zentriert, sodass sie auch auf ihn stürzen möge, auf dass er zugrunde gehe unter dem Elend, dass er geschaffen, dass er Freiheit nennt.
Der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag,
Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser würd er leben,
Hättest du ihm nicht den Schein des HImmelslichts gegeben;
Er nennts Vernunft und braucht's allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.
Spielt Klotho, die des Lebens Faden gibt, Lachesis, die des Faden Länge zuteilt, Atropos, die ihn schneidet, so soll die Welt Tisiphone ihm nur sein.
Wie er verteilt, was für viele reicht, auf wenige, und die Armen immer ärmer werden, sodass sie die Rechte und Gleichheit nicht erlangen, die Freiheit muss ihnen genügen.
Das ist die hässliche Gestalt des Westens, die er geschickt unter dem Mantel des Heilsbringers zu tarnen versteht, der Glück anbietet und Verderben gibt.
Bedenket Ihr, die Ihr nach Wahrheit lechzet, Eurer Ideale! Haltet Ihr, die Ihr das Lichte wollt, Euer strahlendes Banner über Euer Haupte, sodass die Welt erstrahle! Gehet Ihr, die Ihr die Einheit wollt, Euren Weg gemeinsam!
Es gibt keinen Gott, der Euch richten wird, den habt Ihr längst getötet; so müsst Ihr selber Eure Richter sein, auf dass Ihr nicht Eure Henker seid!
Dem Willen folgt der Rufe, dem Rufe folgt die Tat!
So mögen sie Euch Gleichheit, Rechte, Freude, Hoffnung, Umwelt, Würde, Freiheit, Ehre nehmen, doch so Ihr alleine wollt, so wird die Welt auch wollen, und so die Welt will, so gibt es kein Hindernis, dass Wir nicht überwinden!
Wolle!
Verfasst am 05.09.2006 20:19:03 Uhr Mars von Fritz Zorn, 4. Ausschnitt Mars; 219
Mein Motiv habe ich als einen flammenden Haß erkannt, Gottes Motiv aber eher als ein dumpfes böses Ressentiment. Bei mir habe ich die absolute Notwendigkeit erkannt, den Gegner mitten ins Herz zu treffen, bei Gott aber eher eine schläfrige und amorphe Bösartigkeit, mich im Rahmen eines allgemeinen Zerquetschungsprogramm gerade noch mitzuzerquetschen. In dieser letzten Vorstellung erschien mir Gott am ehesten wie ein riesengroßes böses Tier, wie eine ekelhafte Qualle, die mich zu ersticken und zu vergiften sucht, oder wie eine Krake mit tausend Fangarmen, die mich von allen Seiten umschlingen.
Verfasst am 06.08.2006 14:23:23 Uhr Mars von Fritz Zorn, 3. Ausschnitt Mars; 173-174
Ein Hauptsünder bei der Pervertierung des Begriffs "Sinn" ist sicher die christliche Religion, die uns lehrt, dass kein Spatz vom Dach fällt, ohne dass es der Wille des Konstrukteurs dieses Vogels gewesen sei. Das christliche Dogma lehrt: Bleibt der Spatz oben, so ist das gottgewollt und sinnvoll; fällt der Spatz herunter, so ist das auch gottgewollt und sinnvoll - bloß verstehen wir diesen Sinn nicht. Wenn der Vogel also oben bleibt, so hat das einen Sinn, den wir verstehen können; wenn der Vogel aber nicht oben bleibt, so hat das einen Sinn, den wir nicht verstehen können. Ergo ist alles sinnvoll.
In dieser Beweisführung liegt ein Widerspruch, der mich mehr anekelt, als dass ich es tatenlos ertragen könnte. In einem solchen Augenblick müsste man Gott, der diesen Spatz geschaffen hat, geradezu erfinden (denn meinem persönlichen Glauben nach gibt es ihn nicht), bloß um ihm eins in die Fresse zu hauen.
Verfasst am 04.08.2006 12:00:56 Uhr Mars von Fritz Zorn, 1. Ausschnitt Ich habe mir überlegt, dass ich, um für etwas Kontinuität zu sorgen, jetzt von Zeit zu Zeit Ausschnitte aus Mars hier hereinstelle. Denn, mal davon abgesehen, dass Mars sowieso ein wunderbares, sehr gutes Buch ist, sind gewisse Aussagen, die auf das Christentum, bezogen sind, äußerst schön zu lesen. Hinter dem Semikolon steht die Seite, auf der es zu finden ist. Hier also die erste Bemerkung zum Christentum:
Mars; 149
Was aber "Liebe" ist, brauche ich nicht lange zu definieren. Das Wort "Liebe" ist zwar von der unheilvollen Sekte, die auch heute noch den Ruf genießt, die Hauptreligion des sogenannten gesitteten Westens zu sein, seit zweitausend Jahren immer wieder missbraucht und in den Schmutz gezogen worden, so daß man sich eigentlich gar nicht mehr wundern müsste, wenn heutzutage kein Bewohner des christlichen Abendlandes mehr wüsste, was Liebe ist. Und doch weiß es jedermann.
Und weil die so kurz war, hier gleich noch eine:
Mars; 166-167
Von allen Lastern darf man eines nicht haben: Geduld. Ich denke hier an den exemplarischsten Vertreter dieser Charaktereigenschaft, den alttestamentarischen Hiob. In seinem ganzen Elend kommt Hiob nicht auf die Idee, Stellung zu beziehen, sondern er kuscht, oder, wie es die Bibel ausdrückt: "Er versündigte dich nicht und redete nichts Törichtes wider Gott." Hiobs Weib, offenbar der stärkere Charakter der beiden, rät ihm: "Fluche Gott und Stirb!"
Er aber sprach zu ihr:
Wie sollte ich dazu kommen, Gott zu fluchen? Was würde denn Gott dazu sagen? Ich bin überzeugt davon, daß es Gott nicht passen würde, wenn ich ihm fluchte.
Ja, und wenn es ihm nicht passen würde? Und wenn er etwas dazu sagen müsste? Warum wäre das eigentlich so furchtbar, wenn es Gott stören sollte, dass Hiob ihm fluchte?
Gott stellt die Sache alsbald klar und gibt Hiob zu verstehen, daß es ihm durchaus nicht wohlgefällig wäre, Kritik an sich selbst zu vernehmen. Da antwortete der Herr dem Hiob aus dem Wetter und sprach:
Habe ich nicht das Krokodil erschaffen?
Wer dringt ihm in das doppelte Gebiß?
Die Tore seines Rachens, wer hat sie geöffnet?
Um seine Zähne lagert Schrecken.
Habe ich nicht das Krokodil erschaffen, das an Scheußlichkeit alles andere übertrifft? Kann das Krokodil nicht beißen, morden, verstümmeln, verkrüppeln, vernichten? Wie kommst du dazu, an meiner Autorität zu zweifeln, wo ich doch der Herr über solche Scheußlichkeiten bin?
Da antwortete Hiob dem Herrn und sprach:
Du hast recht. Ich anerkenne, daß du der gemeinste, widerlichste, brutalste, perverseste,sadistischste und fiesete Typ der Welt bist. Ich anerkenne, daß du ein Despot ,Tyrann und Gewaltherrscher bist, der alles zusammenschlägt und umbringt. Dies ist für mich Grund genug, dich als alleinseligmachenden Gott anzuerkennen, zu verehren und zu preisen. Du bist das größte Schwein des Universums. Meine Antwort auf diesen Tatbestand ist die, daß ich dir gerne untertan bin, dich sinnvoll finde und versuche dich zu lieben. Du hast die Gestapo, das KZ und die Folter erfunden; ich anerkenne also, daß du der Größte und Stärkste bist. Der Name des Herrn sei gelobt.
Welche Haltung die ethisch wertvollere ist, die Hiobs oder die von Hiobs Weib, versteht sich von selbst. Eben weil Gott das Krokodil erfunden hat, besteht die Verpflichtung, gegen ihn zu rebellieren; denn wenn er es nicht erfunden hätte, brauchte man auch gar nicht mehr gegen ihn zu rebellieren. Hiobs Reaktion ist nicht nur feig, sie ist auch dumm.
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